Das Problem mit dem krummen Druckbett beim Prusa MK3

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Das Problem mit dem krummen Druckbett beim Prusa MK3

Hallo Schmelzfreunde,

wer kennt es nicht? Trotz P.I.N.D.A scheint der Drucker (in unserem Fall ein Original Prusa MK3) den Firstlayer manchmal nicht korrekt zu drucken. Abhilfe kann ein sehr günstiger kleiner MOD bringen.

Aber jetzt erstmal alles auf Anfang. Wieso ist das Bett überhaupt krumm und schief? Es kann natürlich bei der Fertigung schon ein Fehler passiert sein, beim Zusammenbau des Druckers oder durch thermischen Verzug (durch das aufheizen des Druckbettes).

Abhilfe schaffen da 8 selbstsichernde M3 Muttern und 8 Nylon Unterlegscheiben. Ich habe meine beim örtlichen Baumarkt für 2-3€ erworben.

MK3 Druckbett von unten mit einer M3 (selbstsichernd) Mutter und einer Nylon Unterlegscheibe.

Man beginnt damit dass man das Steelsheet abnimmt (Drucktafel) und die 9 M3 Schrauben löst. Nachdem dies geschehen ist müsste das Bett ganz leicht abnehmbar sein. Die Abstandhalter werden bis auf einen einzigen nicht mehr benötigt. Es wird in der Mitte des Druckbettes benötigt da man dort nicht mehr zum verstellen hinkommt und dient bei unserer Ausrichtung als 0-Punkt.

Nachdem ihr nun wie auf dem Bild alle 8 Schrauben vorbereitet habt geht es ans zusammenbauen.

Alles vorbereitet und bereit zur Montage. In der Mitte wird der Abstandshalter der davor dort seine Dienste geleistet hat weiter verwendet. Alle anderen werden nicht mehr benötigt.

Nun werden die M3 Muttern am besten mit der passenden Nuss und dem passenden Innensechskant (Inbus) bis fast ganz nach unten geschraubt. Nachdem dies geschehen ist, wird das Bett wieder an den Unterbau geschraubt und die Muttern werden angezogen bis sie das Bett berühren.

Zur leichteren Ausrichtung empfiehlt es sich einen Abstandshalter zu nutzen und das Bett wird soweit runtergeschraubt bis das Bett auf den Abstandshalter trifft. Das machen wir mit allen 8 Schrauben. Danach immer den Abstandshalter wieder entfernen und für die nächste Schraube verwenden.


Nach dem Zusammenbau sollte es ungefähr so aussehen.

Nun heisst es, Aufheizen! Das Bett wird nun auf die gewünschte Temperatur (in meinem Fall PETG) aufgeheizt. In meinem Fall waren es 80C°.

Jetzt kommt euer PC/Laptop und Octoprint ins Spiel. Wie man Octoprint einrichtet werden wir in einem separaten Beitrag erklären da dies jetzt den Rahmen sprengen würde.

Unten auf „Mehr…“ klicken

Installiert bitte das Plugin unter Pluginmanager (Octoprint) und klickt auf „Mehr…“. Dort wird folgender Link eingetragen:

Hier bitte den Link eintragen und auf Installieren klicken.

https://github.com/PrusaOwners/OctoPrint-PrusaMeshMap/archive/master.zip

Die Balken oben rechts bringen das Plugin zum vorschein.

Nach der Installation wird das Plugin gestartet in dem ihr oben rechts auf die 4 Balken drückt.

Wenn ihr das Plugin startet und euer Druckbett die Temperatur erreicht hat, klickt ihr bitte auf „Perform Bed Level and Check“

Hier sieht man den ersten Durchlauf mit erhitztem Bett. Man sieht auch deutlich dass das Bett eine Differenz von 0.642mm aufweist (davor war es auf 0.8). Der dunkelgrüne Bereich zeigt euch wie weit euer Bett nach unten zeigt und der hellgrüne und gelbe Bereich wie weit oben euer Bett ist.

Da wir in der Mitte keinen Einfluss auf die Position des Bettes haben, müssen wir also die Mitte zu unserem Nullpunkt machen und versuchen alles andere herum grün bis gelb hinzubekommen. Dazu werden nun die Schrauben heraus oder herein gedreht. Dazu bitte eure Heatmap anschauen. In diesem Bsp. müssen wir auf der rechten Seite nach oben kommen und oben z.B. nach unten. Die Muttern unten sollten noch nicht am Bett unten anliegen.

Seid ihr nun durch mit dem ersten ausrichten wird der Knopf „Perform Bed Level and Check“ erneut gedrückt und danach wird immer auf „Reload Heatmap Image“ geklickt. Dies aktualisiert immer die Anzeige.

Nach ein paar justierungen müsste es dann irgendwann so aussehen:

Hier sehen wir eine Differenz von 0.174mm

Dieser Wert ist schon deutlich besser wie der erste Wert. Aber es geht noch besser 🙂

Endresultat: 0.025mm

Falls ihr das ganze etwas genauer machen möchtet dann benötigt die PINDA eine Temperatur von 35C° dazu gibt es einen G-Code den ich netterweise von einem aufmerksamen User erhalten habe, danke an Tobias Reischl.

Um den G-Code zu nutzen müsste ihr in den Octoprint Settings (Gabelschlüssel oben rechts) klicken und dann links in der Liste nach unten scrollen und auf „Prusa Mesh Leveling“ klicken. Dort kann der alte G-Code entfernt und dieser hier eingefügt werden.

G28 W ; home all without mesh bed level
G0 X50 Y50 Z70 F1500 ; Raise PINDA in case cooling is needed
M860 S35 ; Wait for PINDA <= 35C M190 S65; set and wait for bed temp M104 S170 ; set nozzle temp G0 X50 Y50 Z0.15 F1500 ; this is a good PINDA heating position M860 S35 ; wait until PINDA is >= 35C
G80 ; mesh bed leveling
G81 ; check mesh leveling results
G4 ; wait
M104 S0 ; turn off temperature
M140 S0 ; turn off heatbed
G0 X50 Y50 Z70 F1500 ; Raise PINDA back for next iteration

Das ist der Standard G-Code der eingetragen ist
Das ist unser „Feintuning“ G-Code.

Wie man gut sehen kann ist mein Bett nun auf 0.025mm ausgerichtet das entspricht ungefähr die dicke eines halbierten Haares 🙂

Wenn ihr nun zufrieden mit dem Ergebnis seid, werden die Muttern nun gekontert bzw. festgedreht. Dazu oben den Inbusschlüssel anlegen und von unten nun die Muttern festziehen. Achtet darauf dass sich eure Schrauben jetzt nicht mehr bewegen. Anschließend macht ihr nochmal einen letzten Durchlauf um zu checken ob alles noch passt oder ob sich was verstellt hat.

Viel Spaß beim Drucken wünscht euch,

Kosta

 

2 Antworten

  1. Tobias Reischl sagt:

    Klasse Artikel, schön einfach erklärt! Weiter so

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